Earth Day 2000

 

Der Treibhauseffekt

Earth Day 2000: Der Treibhauseffekt

Earth Day Deutschland

Treibhauseffekt – Ein geschichtlicher Rückblick:

Die erste Weltklimakonferenz, ein rein wissenschafliches Treffen, fand 1977 statt. Bereits damals setzte sich das Erkenntnis durch, dass es sich beim anthropogen bedingten Klimawandel um ein ernstzunehmendes Problem handelt. Die Teilnehmer der Konferenz forderten die Regierungen der Welt auf, „sich auf potentielle, vom Menschen verursachte Änderungen im Klima, die sich nachteilig auf das Wohl der Menschheit auswirken könnten, einzustellen und sie zu verhindern“. Es wurde außerdem befürwortet, ein gemeinsames Weltklimaprogramm für alle Staaten der Erde aufzustellen.

In den 80er Jahren und Anfang der 90er fanden zahlreiche zwischenstaatliche Konferenzen über den Klimawandel statt, auf denen man sowohl politische als auch wissenschaftliche Aspekte des Problems Treibhauseffekt erörterte. Die zweite Weltklimakonferenz fand 1990 statt.

Im Jahr 1992 fand die bis dahin größte Zusammenkunft von Staatschefs in Rio de Janeiro statt. Bei dieser Generalversammlung wurde das Rahmenabkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, die Klimakonvention, von 154 Staaten und der Europäischen Gemeinschaft unterzeichnet. Die Klimakonvention trat am 21. März 1994 in Kraft. In zwei Jahren schafften es gerade mal 50 Staaten dieses Übereinkommen zu ratifizieren.

Die Konferenz der Vertragsparteien trat erstmals am 28. März bis 7. April 1995 in Berlin zusammen. Es nahmen Delegierte aus 117 Vertragsstaaten und 53 Beobachterstaaten sowie mehr als 2000 Beobachter und Journalisten teil. Sie stellten übereinstimmend fest, dass die in der Klimakonvention vorgesehenen Verpflichtungen der entwickelten Länder unzureichend seien und begannen, die im „Berliner Mandat“ vorgesehen Gespräche über weitere Verpflichtungen.

Die Konferenz von Kyoto: Auf der 3. Vertragsstaatenkonferenz, an der 10.000 Delegierte, Beobachter und Journalisten teilnahmen, wurden im Protokoll die Industrieländer rechtsverbindlich dazu verpflichtet, ihre gemeinsamen Treibhausgasemissionen, ausgehend vom Jahr 1990, bis zum Zeitraum 2012 um mindestens 5 Prozent zu reduzieren.

Auf der 4. Vertragsstaatenkonferenz 1998 in Buenos Aires wurde ein zweijähriges Aktionsplan verabschiedet, um noch offene Punkte des Kyoto-Protokolls zu klären, damit dieser Vertrag noch im Jahre 2000 ratifiziert werden kann.

Die Klimakonvention:

Die Klimakonvention, 1992 in Rio de Janeiro zur Unterzeichnung aufgelegt, dient als Grundlage für die weltweiten Anstrengungen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung. Endziel ist die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre auf einem Niveau, auf dem eine gefährliche anthropogene (vom Menschen verursachte) Störung des Klimasystems verhindert wird.

Die Konvention überträgt die führende Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels den entwickelten Staaten, also auf die Industrieländer, die die meisten Treibhausgase in die Atmosphäre blasen. Als allgemeine Verpflichtungen für alle Nationen gelten der Ausbau von CO2 – „Senken“, z. B. die Wiederaufforstung von Wäldern, die als CO2 – Speicher dienen. Desweiteren wird der Austausch von Informationen auf wirtschaftlichen, technischen und umweltpolitischen Ebene zwischen Entwicklungs- und Entwickelten Länder gefördert. Die Industrieländer sind verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen durch politische oder sonstige Maßnahmen bis zum Jahr 2000 auf das Niveau des Jahres 1990 zurückzuführen. Die meisten Länder, zu denen auch Deutschland gehört, sind aufgerufen, „neue und zusätzliche“ Mittel für die Entwicklungsländer zur Verfügung zu stellen und den Technologietransfer zu erleichtern. Konkret bedeutet dies, sie müssen die vollen Kosten der Entwicklungsländer, die bei der Umsetzung der Klimakonvention entstehen, tragen und diese Ländern umweltfreundliche Technologien möglichst kostengünstig zur Verfügung zu stellen.

Das Protokoll von Kyoto:

Das Protokoll von Kyoto wurde im Dezember 1997 auf der dritten Sitzung der Konferenz der Vertragsparteien verabschiedet. Es schreibt den entwickelten Ländern rechtsverbindliche Ziele zur Begrenzung und Reduktion von Emissionen für die Zeit nach dem Jahr 2000 vor. Diese Länder verpflichten sich, ihre gemeinsamen Emissionen von sechs wichtigen Treibhausgasen, darunter CO2, bis zum Zeitraum 2008 bis 2012 um mindestens 5 Prozent zu reduzieren. Dieses Gruppenziel soll erreicht werden, indem unterschiedliche Länder in unterschiedlichem Maße Reduktionen vornehmen:

Die europäischen Länder streben hierbei eine Reduktion ihrer Emissionen um 8 Prozent an. Die Vereinigten Staaten wollen die Treibhausgasemissionen um 7 Prozent, Kanada, Ungarn, Japan und Polen jeweils um 6 Prozent reduzieren. Rußland, Neuseeland und die Ukraine haben sich vorgenommen, ihre Treibhausausstöße auf dem derzeitigen Niveau zu stabilisieren. Dagegen können Norwegen, Australien und Island ihren Ausstoß um jeweils bis zu 1,8 bzw. 10 Prozent erhöhen. Diesen Punkt sollte man aber kritisch betrachten, da der niedrige Treibhausausstoß dieser Länder wünschenswert ist und als Vorbild für die Länder, deren Emissionsgrad besonders hoch ist, dienen sollte. Man könnte sich fragen, warum das Niveau der Stabilisierung nicht gleich niedriger gesetzt wurde, wenn die Möglichkeit dafür grundsätzlich vorhanden war.

Das Problem bei der angestrebten Reduzierung besteht jedoch darin, daß die unverbindliche Vorgabe für die Industrieländer, nämlich ihre Emissionen für das Jahr 2000 auf das Basisjahr 1990 zu senken, noch längst nicht erfüllt worden ist. Das bedeutet, dass die tatsächliche Senkung der Treibhausgasemissionen um die vorgegebenen 5 Prozent bis zum Zeitraum 2008 bis 2012 zu erreichen, mindestens 20 Prozent betragen muß.

Witziger Weise ist den Industrieländer erlaubt, untereinander Emissionsguthaben zu kaufen und zu verkaufen. Sie können ihren Treibhausgasausstoß auch dadurch senken, indem sie bestimmte Projekte, die dem Gesamtziel dienlich sind, in anderen entwickelten und Entwicklungs- ländern finanzieren. Dieser „Handel von Emissionen“ erweist sich für Länder wie die Vereinigten Staaten als besonders willkommen. Sie brauchen ihren hohen Lebensstandard, der auf der Verschwendung fossiler Energieträger basiert, nicht zu senken und können auch noch die Emissionsreduktionsprojekte an heimische Unternehmen vergeben und somit die eigene Wirtschaft stärken. Diese „Emissionsschacherei“ steht eindeutig im Widerspruch zum eigentlichen Ziel der Vertragsstaaten.

Maßnahmen für den Klimaschutz:

Zum Schutz des Klimas hat die Bundesregierung über 130 Einzelmaßnahmen beschlossen oder veranlaßt. Betroffen sind nahezu alle Bereiche treibhausrelevanter Emissionen. Hier einige Beispiele:

Gebäudebereich
Nach der neuen Wärmeschutzverordnung müssen neue Gebäude so gebaut und wärmegedämmt werden, daß sie durchschnittlich 30% weniger Heizenergie benötigen. Durch Novellen der Kleinfeuerungs- und der Heizungsanlagenverordnung wurden auch die Anforderungen an den Wirkungsgrad von Gebäudeheizungen verschärft. zinsgünstige Kredite geben zudem Anreize zur Energieeinsparung und CO2-Minderung bei bestehenden Gebäuden. Neubauten von Niedrigenergiehäusern werden durch Zulagen gefördert.

Neue Technologien
Neue Techniken zur Ausnutzung und zur Einsparung von Energie werden von der Bundesregierung auf allen Ebenen finanziell unterstützt. Beispiele: Die Entwicklung von Gas- und Dampfturbinenkraftwerken (GuD) mit erheblich höheren Wirkungsgrad und geringerem Schadstoffausstoß bei gleicher Strom- und Wärmeproduktion sowie die Entwicklung von Brennstoffzellen. Die CO2-Minderung ist ein Hauptanliegen des Energieforschungsprogrammes der Bundesregierung, für das bis zu ca. 750 Mio. DM im Jahr zur Verfügung stehen.

Wirtschaft
Durch finanzielle Förderprogramme werden Energieeinsparungen insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen sowie in der Energiewirtschaft erzielt. Beispiel: Das ERP-Energiesparprogramm, das die Anschaffung von energiesparenden Anlagen und Maschinen fördert.

Bildung
Gefördert werden Informations- und Schulungsveranstaltungen zur sparsamen Energieverwendung beispielsweise für Handwerker, Techniker, Ingenieure und Architekten.

Verkehr

Bei den Emissionsminderungsmaßnahmen im Verkehrsbereich verfolgt die Bundesregierung folgende Handlungsziele:

  • Verkehrsvermeidung: Ziel ist die Vermeidung nicht notwendigen Verkehrs, verbunden mit einer Entkopplung des Verkehrswachstums vom Wirtschaftswachstum durch Schaffung weniger transport- und beförderungsintensiver Strukturen in Wirtschaft und Städtebau.
  • Verlagerung des Verkehrs auf umweltschonendere Verkehrsmittel: Ziel ist die Erhöhung des Anteils der Verkehrsträger Schiene und Wasserstraße sowie die Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs.
  • Technische Optimierung der Verkehrsmittel und der Kraftstoffe: Ziel ist die Reduzierung des Energieverbrauchs und der Schadstoffemissionen des einzelnen Fahrzeugs.
  • Information der Bürger über umweltschonendes Verkehrsverhalten.

Land- und Forstwirtschaft

Die erstmalige Aufforstung wird mit einer Prämie von bis zu 1.400 DM pro Jahr und Hektar gefördert. Der Grund: Bäume binden CO2. In der Landwirtschaft werden Energieeinsparung und umweltfreundliche Energiegewinnung gefördert.

Förderung erneuerbarer Energien:

Von den rein technischen Voraussetzungen her könnten erneuerbare Energien in Deutschland erhebliche Teile unseres derzeitigen Energiebedarfs decken und damit die CO2-Ausstoß verringern. Da nicht alle Techniken zur Nutzung erneuerbarer Energien auch schon die Grenze zur Wirtschaftlichkeit erreichen, muß der Staat entsprechende Rahmenbedingungen setzen. Die Bundesregierung hilft, diese Techniken am Markt durchzusetzen und damit den Einsatz regenerativer Energien zu fördern.

Stromeinsparungsgesetz
Dieses Gesetzt verpflichtet die Elektrizitätswirtschaft, elektrische Energie aus erneuerbaren Energien in das öffentliche Netz aufzunehmen und eine dafür festgesetzte Mindestvergütung zu zahlen.

Forschungsförderung

Für Forschung und Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien wurden von 1980 bis 1999 rund 4 Mrd. DM aufgewandt. Dazu gehören unter anderem das 1.000-Dächer-Solarzellen-Programm mit 2.250 geförderten Photovoltaik-Anlagen und das 400 Mio. DM teure 250-MW-Windenergie-Programm, in dessen Rahmen bis Anfang 1997 1.600 Anlagen mit zusammen rund 400 MW Leistung gebaut wurden.

Investitionszuschüsse

Die Bundesregierung stellt als Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien über 100 Millionen DM Investitionszuschüsse zur Verfügung.
Deutschland liegt hinter den USA auf Platz 2 bei der Windenergienutzung.

Öko-Zulage
Bei der Neuordnung der Wohnungsbauförderung wurde eine Öko-Zulage eingeführt für Niedrigenergiehäuser, deren Heizwärmebedarf um 25% unter den Anforderungen der Wärmeschutzverordnung liegt. Eine weitere Zulage gibt es für den Einbau von Solarkollektoren, Wärmepumpen und Wärmerückgewinnungsanlagen in Neubauten.

ERP-Sondervermögen
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet aus dem ERP-Sondervermögen zinsgünstige Kredite für die Nutzung erneuerbarer Energien an.

Information und Aufklärung
Mit Broschüren, Faltblättern und auf andere Wegen informiert die Bundesregierung regelmäßig über Entwicklungsstand und Einsatzmöglichkeiten erneuerbarer Energien sowie über die staatlichen Förderprogramme.

Möglichkeiten der Forst- und Holzwirtschaft zur Abmilderung des CO2-Anstiegs in der Atmosphäre

Kohlendioxid als Dünger
Der wichtigste Pflanzennährstoff ist das Kohlendioxid, aus dem im Prozess der Photosynthese Zucker entsteht, der wieder eine der Grundsubstanzen des organischen Lebens darstellt. Dieses Gas ist jedoch keineswegs in optimaler Konzentration in der Luft enthalten. Vergrößert sich der CO2-Anteil am Gasgemisch Luft, so nimmt das Wachstum der (meisten!) Pflanzen zu. Dieser Zusammenhang ist für Bäume schon 1968 von KOCH in Experimenten nachgewiesen worden.

Der Wald als Speicher für Kohlendioxid
Der Wald stellt eine Anhäufung von lebender und toter organischer Substanz dar. Wichtigstes Element darin ist der Kohlenstoff. In der lebenden Biomasse hat er einen Anteil von etwa 50%, und in der toten liegt er noch darüber. Dieser Kohlenstoff entstammt ausnahmslos aus der Luft, der er im Wege der Photosynthese entzogen worden ist. Alle Abbauvorgänge verwandeln den so gebundenen Kohlenstoff dann wieder in Kohlendioxid, das in die Atmosphäre zurückkehrt. Bei der Zersetzung toter organischer Substanz am Waldboden geschieht dies langsam, beim Verbrennen läuft der Prozess schneller ab.
Dieser Kreislauf ist außerdem gekoppelt mit Austauschprozessen, die zwischen der Atmosphäre und den Ozeanen bestehen, und zwar vor allem mit den oberflächennahen Wasserschichten. Atmosphäre, lebende Biomasse und oberflächennahe Wasser enthalten Kohlenstoffmengen ähnlicher Größenordnung.
Durch Verfeuerung von Kohle, Öl und Gas werden pro Jahr etwa 6 Mrd. Tonnen Kohlenstoff in Form von CO2 in die Atmosphäre freigesetzt, und durch die Zerstörung von etwa 17 Mio. ha Wald kommen noch einmal 1,5 Mrd. Tonnen hinzu. Insgesamt also erscheinen 7,5 Mrd. Tonnen Kohlenstoff pro Jahr zusätzlich zu den natürlichen Flüssen als Kohlendioxid in der Atmosphäre.
Nur etwa die Hälfte reichert sich in der Atmosphäre an. Die andere Hälfte wird im Meer gelöst oder in der terrestrischen Biosphäre festgelegt.

Situation in Deutschland

Wie versucht die Bundesrepublik Deutschland die CO2-Emission zu reduzieren?

Ziel der deutschen Klimaschutzpolitik ist es die energiebedingten CO2-Emission bis zum Jahr 2005, bezogen auf das Basisjahr 1990, um 25% zu reduzieren. Die damalige Bundesregierung hatte bereits vor den Verhandlungen über die Klimarahmenkonventionen ein konkretes, auch im internationalen Vergleich beispielgebendes Klimaschutzprogramm eingeleitet. Seither ist es stetig weitergeführt und ergänzt worden.

Diese Klimapolitik ermöglichte es, die bereits seit 1980 rückläufige CO2– Emission kontinuierlich weiter zu senken. Der CO2-Ausstoss verringerte sich von 1990-95 um 12%, stieg jedoch im darauffolgenden Jahr wegen 2 vorausgegangenen kalten Wintern wieder leicht an. Zu dem Rückgang hatte in den neuen Bundesländern der wirtschaftliche Umbau und der verringerte Einsatz CO2-intensiver Braunkohle sowie ein deutlicher Bevölkerungsrückgang beigetragen.

In den alten Bundesländern zeigte sich die fortschreitende Entkopplung des ohnehin abnehmenden Wirtschaftswachstums vom Energieverbrauch, z.B. durch die zunehmende Nutzung von Abwärme und Wasserdampf in der Industrie (Kraft-Wärme-Kopplung) sowie der Einsatz des CO2-armen Erdgases zur Stromerzeugung in rückläufiger CO2-Emission. Allgemein kann man heute Energie besser ausnutzen und einsparen, was man z.B. daran sieht, dass die Kapazitäten der Wasserkraft in Deutschland zu 80% ausgeschöpft sind (EU-Durchschnitt 23%), aber auch an den Fortschritten, die die Automobilindustrie in Sachen Kraftstoffverbrauch gemacht hat. In Deutschland und EU-weit liegt der Durchschnittsverbrauch bei PKW´s um die 9L/100km (angestrebt bis 2008: 6L). Die sparsamsten Autos wie der Lupo von VW verbrauchen sogar nur knapp über 3L/100km. Und auch Stadtautos wie der Smart scheinen sich langsam durchzusetzen. Daran könnten sich andere Industrienationen ein Beispiel nehmen, besonders jene, in der manche Menschen am liebsten mit den 2 ½t Blech eines Pick-up´s unter dem Hintern zum Einkaufszentrum bewegen und dabei bis zu 25L/100km verbrauchen.

Und somit wären wir beim Thema Ökosteuer, mit der sich die neue Bundesregierung nicht gerade beliebt gemacht hat. Neben Hasstiraden seitens der „Bild“-Zeitung hatte sie vor allem mit Gegenkampagnen der Opposition zu kämpfen. Die Akzeptanz der Bevölkerung für die Besteuerung ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Autofahren, ist im Allgemeinen recht gering. Dabei wird offensichtlich übersehen, dass der Durchschnitts-Benzinpreis in Deutschland im EU-Vergleich in der unteren Hälfte anzusiedeln ist. Viele unserer Nachbarn müssen also mehr für das Privileg der Mobilität bezahlen. Ebenfalls übersehen wird, dass die Ökosteuer nicht von irgendwelchen Öko-Fanatikern erdacht wurde, sondern auf einem marktwirtschaftlichen Konzept beruht.

Es ging darum, eine Antwort auf die Frage zu finden wie man für den Verbrauch einer natürlichen Ressource, die sowohl immer knapper wird als auch der Regierung hohe Kosten verursacht, adäquate Preise festlegen kann. Man kann die Ökosteuer aber auch als eine Art Sondermüllabgabe sehen. Autofahren emittiert rund ein Viertel des CO2 in Deutschland. Die Autofahrer benutzen also die Atmosphäre als Endlager für ihr Abfallprodukt und müssen dementsprechend bezahlen. Es wäre wünschenswert, wenn die Akzeptanz der Bevölkerung für Umweltabgaben zunehmen würde.

Was kann der Einzelne tun um die CO2-Emission zu senken?

Jeder von uns kann helfen den CO2-Ausstoss zu senken. Dies trägt nicht nur dazu bei unser Klima zu schützen, es schont gleichzeitig auch noch den Geldbeutel. Es sollte jedem klar sein, dass Energiesparen und rationelle Energienutzung nicht nur etwas für die „Anderen“ ist, Dieses Thema geht jeden an.

Ein paar Tipps:

1. Sparsam Heizen:
Die Senkung der Raumtemperatur um 1°C spart bis zu 6% Energie, CO2-Emissionen und Heizkosten. Natürlich sollte nie bei offenem Fenster geheizt werden. Der Heizkessel sollte regelmäßig gewartet werden um die Bildung einer Rußschicht zu vermeiden – 1mm Ruß führt zu rund 5% mehr Energieverbrauch.

2. Wärmedämmung an Haus und Wohnung:
Eine Verbesserung der Wärmedämmung von Dach, Außenwenden, Kellerdecke und an Fenstern kann helfen, bis zu 50% Heizenergie zu sparen. Umweltfreundliche Dämmmaterialien tragen das Umweltzeichen „Blauer Engel“. Eine zusätzliche CO2-Minderung wird durch den Einbau einer modernen Heizungsanlage erreicht.
Bei der Neuordnung der Wohnungsbauförderung wurde eine Ökozulage eingeführt für Niedrigenergiehäuser, deren Heizwärmebedarf um 25% unter den Anforderungen der Wärmeschutzverordnung liegt. Übrigens: Zulagen gibt es auch für den Einbau von Solarkollektoren, Wärmepumpen und Wärmerückgewinnungsanlagen in Neubauten.

3. Kein Torf im Garten
In ihrer Bedeutung als CO2-Senken übertreffen die Hochmoore dieser Welt sogar noch die Regenwälder. Trotzdem zerstört die Torfindustrie ganze Moorlandschaften durch Trockenlegung, wobei durch Luftzufuhr Kohlenstoffdioxid entsteht. Verzichten Sie also auf den Gebrauch von Torf in ihrem Garten oder für Zierpflanzen, die meist sowieso nur Wegwerfprodukte sind

4. Öfter mal Abschalten:
Die Stand-by-Schaltungen an Fernsehern, Stereoanlagen oder Computern fressen unnötig Strom. Wenn die Geräte nicht gebraucht werden, sollten Sie diese ganz abgeschaltet werden.

5. Elektrogeräte mit geringem Stromverbrauch:
Auch hier hilft bei der Umweltbewussten Wahl das Umweltzeichen „Blauer Engel“, das unter anderem auf einen geringen Stromverbrauch hinweist. Übrigens muss man nicht für jede Kleinigkeit einen Elektrisch betriebenen Helfer besitzen. Nass Rasieren ist z.B. auch noch viel hautfreundlicher.

6. Recycling:
Kaufen Sie, wenn möglich, nur Produkte in Mehrwegverpackungen, z.B. Mineralwasser in den berühmten „Perlenflaschen“, und keine Dosen und Einwegflaschen, deren Produktion energieintensiv sind.


7. Öffentliche Verkehrsmittel benutzen:
In Großstädten bietet es sich an, öfters mal das Auto stehen zu lassen und Bus, U- oder S Bahn zu benutzen. Vor allem der regelmäßige Gebrauch der öffentlichen Verkehrsmittel kommt auf Dauer billiger als Autofahren. Des weiteren können sie sich die nervige Parkplatzsucherei sparen

8.  Nachhaltiges Autofahren:
Beim Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagen sollten Sie auf niedrige CO2-Werte (= niedriger Kraftstoffverbrauch) und schadstoffarme Technik achten. Man sollte bedenken, dass der CO2-Austoss eines Diesels ca. 3g/km höher als der Benzingetriebenen Autos ist. An der Emissionsschlüssel im Fahrzeugbrief/-schein ist erkennbar, wie das Fahrzeug in seinem Emissionsverhalten bewertet wird. Dies sollten sie besonders deshalb beachten, weil sich nach diesem Wert auch die Höhe der Kraftfahrzeugsteuer bemisst. Nachhaltiges Fahren, wie es jeder von uns in der Fahrschule gelernt hat, wirk sich auf jeden Fall positiv auf den Kraftstoffverbrauch und somit auf ihren Geldbeutel aus. Sie sollten darauf achten im niedrigen Drehzahlbereich, also zwischen 2000 und 3000U/min zu fahren.

Besonders hier in Stuttgart bietet es sich an, öfters mal das Auto stehen zu lassen und Bus, U- oder S-Bahn zu benutzen. Vor allem der regelmäßige Gebrauch der öffentlichen Verkehrsmittel kommt auf Dauer billiger als Autofahren. Des weiteren können sie sich die nervige Parkplatzsucherei sparen.

9.) Mit dem Rauchen aufhören:
Der heißeste Tipp, falls sie Raucher sind. Zwar filtert Ihre Lunge viele Schadstoffe aus dem Rauch, bei der Verbrennung entsteht trotzdem einiges an CO2. Muss ja eigentlich nicht sein.

Das sind zumindest einige Dinge, die Sie tun können um unsere Atmosphäre zu bewahren ihrer Kreativität sind jedoch keine Grenzen gesetzt. Ihnen werden in ihrer Umgebung sicherlich noch mehrere Möglichkeiten auffallen aktiv die Atmosphäre zu entlasten. Falls sie Kinder haben sollte es Ihnen ein besonders Anliegen sein, diese von klein auf umweltbewusst zu erziehen. Denn nur wer weiß, wie seine Umwelt funktioniert kann auch aktiv eingreifen. Und eingreifen müssen wir, um die Schäden die wir bereits der Erde zugefügt haben wieder gut zu machen.

Zum Nachdenken:

Die Tatsache, dass wir an der Schwelle zum dritten Jahrtausend stehen, sollte für uns Anlass sein, ein wenig über das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt nachzudenken. Bei uns, aber auch in vielen anderen Ländern, wurde der erste Januar 2000 fast schon als das größte Ereignis in der Geschichte der Menschheit gefeiert und das, obwohl das neue Millenium erst am 01.01.2001 beginnt. Medien und Industrie sowie die Staaten der Erde versuchten sich gegenseitig mit immer spektakuläreren Milleniumsprodukten zu überbieten. Nun, viel ist davon nicht geblieben – außer dem üblichen Sylvester-Müllberg.

Im krassen Gegensatz zu unseren rauschenden Jahrtausendfeiern taumelte die Erde recht angeschlagen Richtung neues Zeitalter. Denn der ungeheure Bedarf der Menschen an Energie und Ressourcen beeinflusst die natürlichen Kreisläufe der Erde. Besonders hervorzuheben sind der Rückgang des Grundwasserspiegels und der natürlichen Vegetation sowie der Anstieg der CO2-Konzentration und damit der Temperatur in der Atmosphäre.

Doch werfen wir einen kurzen Blick zurück auf das ausgehende Jahrhundert: Es war nicht nur von grausamen Kriegen geprägt, sondern auch von einem bisher nie da gewesenen enormen technischen und gesellschaftlichen Fortschritt. Aber was hat diesen Fortschritt ermöglicht?

Neben der Veränderung der Produktionsverhältnisse war es sicher auch die Ausbeutung fossiler Rohstoffe. Die Menschen entwickelten Möglichkeiten, Energie, die über Jahrmillionen in der Erdkruste gespeichert worden war, innerhalb kürzester Zeit freizusetzen und zu nutzen. Es stellt sich nun die Frage, ob es für eine fortschrittliche und fortschrittsorientierte Gesellschaft angemessen ist, dass sie eine ihrer Hauptstützen, den Energiebedarf aus uralten, endlichen Ressourcen bezieht.

Vor allem, da sie nicht in der Lage ist, das Abfallprodukt, das bei der Energiegewinnung entsteht, das CO2 in einer für den Menschen unbedenklichen und folgenlosen Weise zu entsorgen. Ich denke, dies ist nicht der Fall.

An der Schwelle zum dritten Jahrtausend sollten wir Menschen versuchen, uns so weit wie möglich von der Ausbeutung fossiler Rohstoffe zu lösen. Sei es nun durch eine Senkung des Energiebedarfs oder die Erschließung alternativer Energiequellen. Ersteres bedarf jedoch der Mithilfe aller Menschen. Politik und Industrie, aber vor allem jeder Einzelne von uns kann aktiv dazu beitragen, das natürliche Gleichgewicht der Erde zu erhalten, das durch den enormen Kohlendioxid – Ausstoß gefährdet ist.

Es ist unsere Aufgabe, diesen wunderbaren Planeten am Leben zu erhalten.

„Projekt Treibhauseffekt“

Für Stuttgart hat das Institut Dr. Flad als Koordinierungsstelle Earth Day – Deutsches Komitee e.V. einen CO2-Großversuch initiiert, an dem 35 Schüler und Schülerinnen des Stuttgarter Berufskollegs vier Monaten arbeiteten. Die Premiere einer Demonstration des Treibhauseffektes im Großversuch wurde am 19. April 2000 von 13 bis 18 Uhr auf dem Stuttgarter Schlossplatz präsentiert

 

 

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